„Grüne Kompetenz
für unsere Region”

„Allet Jemüse!“ lockte zur Bundesgartenschau nach Brandenburg an der Havel

Brandenburger Gärtner zeigten in der Johanniskirche ihre Leistungen

Die Havelregion ist ein großer Garten. Das veranschaulichte die Hallenschau des Gartenbauverbandes Berlin-Brandenburg mit dem schönen Namen „Allet Jemüse!“ in eindrucksvoller Weise. Nicht nur Blumen, Sträucher und Bäume gedeihen im Märkischen Sand ausgezeichnet, sondern auch eine Vielfalt an Gemüse. Ein buntes Markttreiben an Ständen und unter Schirmen erwartete die Besucher in der Kirche St. Johannis in Brandenburg an der Havel. Im Seitenschiff der Kirche konnte der „Markteinkauf wie zu Omas Zeiten“ nachempfunden werden. „Die sechs Fruchtbarkeitsstäbe“ zogen ebenso die Blicke auf sich wie die „Füllkränze“ mit Mairüben. Zu betreten war dieser Bereich durch „Florale Bögen in XXL“ mit Früchten und Blüten.

Der Ausstellungsort konnte nicht passender sein: Seit Jahrhunderten feiern Christen das Erntedankfest aus Freude am Ertrag aus Landwirtschaft und Gärten. Die ehemalige Klosterkirche der Franziskaner aus dem 15. Jahrhundert war also ein würdiger Rahmen, um die Vielfalt an Produkten zu zeigen, die in der Region produziert werden. So spielte auch das Thema Erntedank bei den floristischen Arbeiten eine Rolle, wie bei den „Floralen Kreationen – blumig und fruchtig“ und dem „Naschgarten im Korb“. Mit dem „Rosenwagen aus eigenen Rosen“ wurde auf die in der eigenen Gärtnerei produzierten Rosen aufmerksam gemacht.

Bei „Allet Jemüse!“ waren die Floristen in ihrem Element. Aus einer großen Fülle „zauberten“ sie eine Schau, die Appetit auf heimisches Gemüse und Obst machte. Neben bunten Früchten setzten sie auch Sommer- und Herbstblumen sowie üppige Großstauden in Szene. Zu sehen gab es auch herbstlich bepflanzte Kübel sowie Heidepflanzen und ihre typischen Begleiter. Hauptakteur war aber das Gemüse – allen voran die Gurke. Brandenburg ist weit über die Grenzen hinaus bekannt für die eingelegte Spreewald-Spezialität. Doch auch Tomaten, Rotkohl, Kürbis und Bohnen sowie die weniger bekannten Mairüben und Meerrettich gedeihen in den Böden, ebenso wie zahlreiche Kräutersorten.

Bei der Hallenschau konnten BUGA-Besucher erfahren, welche gesunden Inhaltsstoffe in den einzelnen Gemüsearten stecken und wie sie sich zubereiten lassen. Landfrauen hielten an den Ständen Rezepte bereit, die sie eigens für die Ausstellung zusammengestellt hatten. Die Gerichte wurden selbst gekocht und fotografiert. Die farbig bebilderten Rezeptkarten machten Lust, die Gerichte zu Hause nachzukochen. So wurde von der Mitnahmemöglichkeit gern Gebrauch gemacht. Die entsprechenden Gemüsearten in der Ausstellung zeigten, was gerade regional angebaut wurde und somit in der Küche frisch genutzt werden konnte.

Auch über Wildobst-Sorten konnten sich die Besucher in der Kirche St. Johannis informieren. Es wurden Sträucher mit Früchten gezeigt, die nicht nur der heimischen Tierwelt schmecken. Schwarze Aronia- und orange-rote Sanddorn-Beeren, die bekannt für ihren hohen Vitamingehalt sind, waren hier genauso ausgestellt wie Quitte und Zierapfel, die in Gelee und Konfitüre eine gute Figur machen. Auch Heidelbeeren aus regionalem Anbau bekamen ihren Auftritt. Besonders verführerisch dufteten frische Erdbeeren.

Die Ausstellung wurde mit einem Rundgang mit Prof. Dr. Fritz-Gerald Schröder von der Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden eröffnet. Anhand einzelner Gemüsearten vermittelte er Interessantes wie beispielsweise zur Zwiebel, die aufgrund ihrer Inhaltsstoffe durch kein anderes Gemüse zu ersetzen und besonders gesund ist. In Indien werden pro Kopf und Woche 1,5 Kilogramm Gemüsezwiebeln verzehrt. Wenn dort der Zwiebelpreis steigt, konnte Prof. Schröder berichten, gibt es Tumult. Auch der aus den Zucchini herausgezüchtete Bitterstoff spielte aufgrund von Presseberichten, eine Rolle. Instinktiv isst der Mensch kein Gemüse mit hohem Bitterstoffanteil, ebenso ist das in der Tierwelt. Der Redner riet zu reichlichem Gemüsegenuss und fasste zusammen: „50 Prozent unsere Erkrankungen kommen von ungesunder Ernährung. Also essen Sie viel Gemüse.“

An der Schau des Gartenbauverbandes, die auf Bundesgartenschauen traditionell im September stattfindet, waren 16 Betriebe aus Brandenburg beteiligt. 14 von ihnen haben sich am Wettbewerb mit insgesamt 100 Wettbewerbsaufgaben beteiligt. Der Gärtnerische Beauftragte Rainer Berger lobte die gute Qualität. 46 Aufgaben, also fast die Hälfte, wurde mit Gold bewertet, 17 Aufgaben konnten mit Silbermedaillen belohnt werden und 14 Aufgaben erhielten Bronzemedaillen.

Für besondere Leistungen vergaben die Wettbewerbsrichter vier Große Goldmedaillen und einen Ehrenpreis. Für die Gesamtgestaltung der Hallenschau mit einer Fülle an gärtnerischen Produkten erhielt „Der Spreewälder“ in Lübben eine Große Goldmedaille der Deutschen-Bundesgartenschau-Gesellschaft (DBG) für eine harmonisch farbliche Darstellung des Themas "Allet Jemüse", gekonnt floristisch und gärtnerisch umgesetzt.

Eine hervorragende Ergänzung zur Gemüsevielfalt waren Schmuckstauden und Gräser. Verdientermaßen ging eine Große Goldmedaille der Deutschen-Bundesgartenschau-Gesellschaft (DBG) für anregende interessante Bepflanzungen mit Gräsern und Blattschmuckstauden in großen Gefäßen an den Gartenbau Welzel in Straupitz (Spreewald).

Eine weitere Große Goldmedaille der Deutschen-Bundesgartenschau-Gesellschaft (DBG) für die Veranschaulichung vielfältiger Miscanthusarten in beeindruckenden Qualitäten vergab die Jury an Gartenbau Kühne in Nuthetal.

Eine Große Goldmedaille der Deutschen-Bundesgartenschau-Gesellschaft (DBG) für ein beeindruckendes Sortiment von Tomaten in unterschiedlichen Formen und Farben ging an die Gärtnerei Tietze in Herzberg (Elster). Hier wurde auch die informative Darstellung anerkannt.

Den Ehrenpreis des Fachverbandes deutscher Floristen – Bundesverband - für eine floristisch harmonische, farbenfreudige und kreative Umsetzung des Themas "Erntedank" erhielt die Blumen- und Pflanzencenter GbR in Nächst Neuendorf. 

Eindrücke der Hallenschau