„Grüne Kompetenz
für unsere Region”

Erdbeeranbau unter Folien

Mehr Vorteile für Mensch und Natur als gedacht

Bis vor etwa 15 Jahren war die Saison für Erdbeeren relativ kurz. Das Wetter musste mitspielen, damit die Früchte auf den Feldern im Frühjahr reifen konnten. Folienabdeckungen halfen, den Vorgang zu beschleunigen. Wurde es zu warm und sonnig, war Schluss mit der Ernte.
Deshalb begannen Ostanbauer zu Beginn der 1990er Jahre Dämme anzulegen, in die sie die Pflanzen setzten, um sie anschließend mit Wandertunneln zu überdachen. Doch noch immer mussten die Flächen regelmäßig gewechselt werden. Denn Erdbeeren gedeihen am besten auf frischem Boden – zum Beispiel dort, wo im Jahr zuvor Gemüse angebaut wurde.

Nicht mehr im Ackerboden

Solche Äcker stehen nicht jedem Erdbeeranbauer zur Verfügung. Deshalb stellen immer mehr auf Stellage-Kultur um, d.h. die Erdbeeren wachsen nicht mehr im Boden, sondern geschützt eine Etage höher in Substrat gefüllten Kästen. Gedüngt wird mit der automatischen Bewässerung. Das hat eine Reihe von Vorteilen: Das Pflücken wird angenehmer, rückenschonender und effektiver. Eine Fläche kann über Jahre bei gleichbleibend hoher Beerenqualität genutzt werden. Und gedüngt und gewässert wird umweltschonend nur genauso viel, wie die Pflanzen benötigen.

Schutz vor den Launen der Natur

Etwa 20 Prozent unserer Erdbeeren stammen bereits aus geschütztem Anbau. Experten schätzen, dass der Anteil in zehn Jahren bereits bei 50 Prozent liegt. Und noch einen weiteren großen Pluspunkt hat die moderne Erdbeer-Kultur: Sie vermindert Blatt- und Fruchtkrankheiten. Außerdem können Schädlinge einfacher mit biologischen Gegenspielern, sogenannten Nützlingen bekämpft werden. Das reduziert stark den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln. Pflanzenschutzmaßnahmen werden nur dann durchgeführt, wenn es eine eindeutige Diagnose gibt. Pflanzschutzberater handeln dabei wie Ärzte – und verschreiben ausschließlich „Medikamente“, wenn es erforderlich ist.

Bildquelle: GMH