„Grüne Kompetenz
für unsere Region”

Mit ‘Regina‘ und ‘Kordia‘ gesund durch den Sommer

Brandenburgs Obstbauern erwarten gute Kirschernte in 2016

Süßkirschen stellen mit rund 425 Hektar die zweitstärkste Obstart nach Äpfeln im Land Brandenburg dar. Der Schwerpunkt mit mehr als 60 Prozent der Anbaufläche befindet sich im Landkreis Potsdam-Mittelmark. Wenngleich die Anbaufläche für Süßkirschen im Land Brandenburg in den letzten Jahren abgenommen hat, sind demgegenüber die Hektarerträge in den letzten zehn Jahren leicht gestiegen. Ernteerträge sind immer auch abhängig vom Witterungsverlauf. In diesem Jahr starteten die Kirschenbäume zwar gut und früh in den Frühling, dann allerdings hat die Kälteperiode im Frühjahr einigen Bäumen etwas zugesetzt.

Trotz des Frosteinbruchs Anfang Mai 2016 zeigen sich Brandenburgs Bauern optimistisch und gehen von stabilen Ernteerträgen in diesem Jahr aus. „Unseren Kirschen geht es gut, der Kälteeinbruch hat ihnen nicht viel geschadet“, so Obstbauer Gerd Barth vom Bäuerlichen Familienbetrieb "Obst und Gemüse" aus Plessow. Verhaltener äußert sich hingegen Obstbauer Joachim Hentschel aus Sonnenwalde: „Von den Frosttagen sind einige Frühkirschen betroffen, wie z.B. die Sorte ‘Giorgia‘“. Dennoch geht auch er insgesamt von gleichbleibenden Ernteerträgen aus. Andere Obstbauern wiederum beklagen den Befall durch Pseudomonas-Bakterien ihrer Frühkirschen. „Die späteren Sorten hingegen sind viel robuster. Mit Durchschnittsgrößen von über 26 mm sind sie handelsrelevant und besonders beliebt beim Verbraucher“, sagt Raik Neumann vom Obst- und Pferdehof Neumann aus Frankfurt (Oder). Der 41-jährige Obstbauer geht nach Einschätzung der Fruchtansatzbonitur von steigenden Ernteerträgen im Vergleich zum Vorjahr aus: „Während wir im letzten Jahr rund 32 Tonnen ernten konnten, gehen wir für 2016 von 50 Tonnen Süßkirschen aus. Es hängen noch herrliche Kirschen an den Bäumen, die sich nach richtiger Wässerung prächtig entwickeln und gepflückt werden wollen“, so Raik Neumann.

Besonders häufig bei den Brandenburger Obstbauern anzutreffen sind die Süßkirschen ‘Kordia‘ und ‘Regina‘. Beide sind dunkelrote bis violett-schwarze, herzförmige, glänzende und platzfeste Knorpelkirschen. Die ab der 6. bis 8. Kirschwoche erntereifen Sorten sind sehr robust, ertragreich und leicht zu pflücken, weshalb sie im professionellen Obstanbau sehr häufig vorkommen und zu den meist verkauften Sorten gehören. Viele Brandenburger Kirschbauern bieten wegen der möglichen Verletzungsgefahr keine Selbstpflücke an, sondern holen die roten Früchte mit aufwendiger Handarbeit zusammen mit Saisonarbeitskräften selbst vom Baum. Vermarktet wird ihre Ware direkt über den eigenen Hofladen, auf Märkten in Berlin und Brandenburg oder über den Großhandelsverkauf. Einig sind sich Brandenburgs Obstbauern in Ihren Verzehrempfehlungen für die Verbraucher: „Keinerlei Verarbeitung, sondern direkt vom Baum in den Mund. Süßkirschen sind „der Sommer“ und nur in einer kurzen Zeitspanne frisch und regional verfügbar. Deshalb genießen – und zwar jetzt!“

Nicht nur etwas für Naschkatzen, sondern auch für Gesundheitsbewusste:

Die süß-saftigen Kirschen sind im Sommer nicht nur eine köstliche Zwischenmahlzeit und beliebt in Form von Kuchen, Roter Grütze, Eis oder Marmelade. Doch die Hitzeeinwirkung bei der Verarbeitung zu Desserts zerstört die vielen wertvollen Inhaltsstoffe der Kirsche. Und davon gibt es reichlich. Denn frische Kirschen sind kleine Vitaminbomben: Sie bestehen zu ca. 80 Prozent aus Wasser und sind mit rund 60 Kilokalorien pro 100 Gramm äußerst kalorienarm und ein optimales „Schlankobst“. Außerdem enthalten Kirschen viel Vitamin C und sind reich an B-Vitaminen wie Folsäure sowie an den Mineralstoffen Kalium und Eisen. Mit ihren Schutzsäuren und dem Fruchtzucker regen Kirschen Magen, Darm und Bauchspeicheldrüse an und fördern somit die Verdauung. Besonders wertvoll aber sind die Pflanzenfarbstoffe der Kirschen, auch Anthocyanidine genannt. Diese sekundären Pflanzenstoffe gehören zu den kraftvollsten Antioxidantien der Natur und schützen unsere Zellen vor Alterung und Entartung. Die Farbstoffe wirken außerdem entzündungshemmend, senken den Harnstoffgehalt im Blut und helfen unterstützend bei Gicht und Rheuma. Kirschproduzenten in Ihrer Nähe finden Sie unter: www.gartenbau-bb.de/gruene-seiten.

Die Pflanze des Jahres und viele weitere Sorten bei Ihren Gärtnereien: