„Grüne Kompetenz
für unsere Region”

Vom Durst der Kohlköpfe

Die Forschungsarbeit der LGV Erfurt: Versuche zur Bewässerung von Kohlgemüse

Kohlgemüse ist nicht nur gesund und vitaminreich, es hat in der deutschen Küche eine ebenso lange Tradition und ist in Suppen, Aufläufen oder als feine Beilage ein Klassiker. Der eine mag das vitaminreiche Kohlgemüse mehr, der andere weniger.

Doch wie wird das Gemüse aktuell angebaut? Wie wirkt sich ganz konkret der Klimawandel auf den heimischen Gemüsebau aus und welche Maßnahmen sind notwendig und sinnvoll, um einen qualitativen und hohen Ernteertrag sicherzustellen, damit wir weiterhin unsere aromatischen Kohlsorten genießen können?

Diese Fragen stellt sich die Lehr- und Versuchsanstalt Gartenbau, kurz LVG Erfurt genannt, und forscht im Rahmen einer Versuchsanordnung von Kohlgemüsesorten bereits seit dem Jahr 1997 zum Thema Bewässerung. Im folgenden Dokument, einem anschaulichen Vortrag von Martin Krumbein, absolviert am Gemüsebautag Großbeeren 2013, wird deutlich, welcher Aufwand mit dem Gemüseanbau verbunden, und wieviel Forschung nötig ist, um die Erträge dauerhaft zu optimieren. Auf der Agenda der LVG Erfurt steht sowohl die komplexe Bewässerungssteuerung bei Blumenkohl, Brokkoli, Kohlrabi, Weißkohl, Rosenkohl und weiteren Arten, als auch die Anordnung diverser Bewässerungsverfahren beim Weißkohl und die Erprobung der Tropfbewässerung und Fertigation beim Blumenkohl.

Als Grundlage dieser Forschung dient die Arbeit zur Beregnungsbedürftigkeit des TLL und der LVG aus den neunziger Jahren, dabei werden selbstverständlich die Unterschiede je nach Gemüseart, Region und Anbauverfahren berücksichtigt, sowie die regionale Besonderheit des Anbaugebietes Thüringen, das meist einen hohen Zusatzbedarf an Bewässerung hat. Die Steuerung der Bewässerung erfolgt dabei intuitiv, nach Empfehlung oder nach der jeweiligen Wasserbilanz. Zur Anwendung kommt ebenfalls die Geisenheimer Methode mit der Prüfung von Kc-Werten.

Aufgrund steigender Kosten für Wasser und Energie, werden verschiedene Bewässerungstechniken unter Berücksichtigung von wassersparenden Methoden wie Regnerleitungen, Beregnungsmaschinen und Tropfbewässerungen getestet. Auch was die Verfahren Hacken, Düngung und Pflanzenschutz betrifft, werden diese auf die Methodik speziell hin angepasst.

Die Versuche zu Bewässerung und Anbauverfahren finden dabei nicht nur zum Thema Freilandgemüse statt, sondern auch in Gewächshäusern zum Thema Fruchtgemüse. Untersucht wird hier insbesondere die Düngung und die Winternutzung. Auch Pflanzenschutzversuche mit Herbiziden, Insektiziden und Fungiziden werden für den AK unter dem Aspekt der Lückenidentifikation durchgeführt.

Viele Varianten der Bewässerung wurden angeordnet und erforscht unter dem Aspekt ihres Einflusses auf Ertrag und Qualität, auf die Höhe des Wasserbedarfes unter Messung der Bodenfeuchte, und auf ihren Einfluss auf die Kulturarbeiten hinsichtlich Düngung und Pflanzenschutz im Rahmen eines arbeitswirtschaftlichen Vergleiches.

Die Ergebnisse der Untersuchungen der Tropfbewässerung liefern ein interessantes Resultat:

So führt diese Form der Bewässerung beispielsweise beim Blumenkohl zu vergleichbaren Erträgen sowohl in der Menge, als auch in der Qualität. Man kann davon ausgehen, dass die bedarfsgerechte Zusatzbewässerung im Rahmen einer kostengünstigen Wasserbereitstellung und der sparsamen Ausbringung auch bei anderen Gemüsearten eine größere Bedeutung erlangen wird, bedingt sie auch die Anpassung der Düngung in Menge und Form. Hierzu ist bereits eine Zusammenarbeit mit der Pflanzenproduktion Vogtei Niederdorla vorgesehen.

Die vorliegende Studie bietet sowohl Profis als auch interessierten Hobbygärtnern rund um das Thema des Gemüseanbaus, konkrete Mess-Ergebnisse zu den unterschiedlichen Bewässerungsmethoden und ihren direkten Auswirkungen auf Ertrag und Ernte unter der Fragestellung, wie sich der Klimawandel im Gemüseanbau bemerkmar machen wird und welche Maßnahmen hierbei zu ergreifen sind.

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