„Grüne Kompetenz
für unsere Region”

Corona-Krise verdeutlicht die herausragende Bedeutung regionaler Versorgung

Gartenbau besonders betroffen und steht vor enormen Herausforderungen

Die Corona-Krise spitzt sich auch in Berlin und Brandenburg weiter zu und wird sich in den nächsten Wochen wahrscheinlich weiter verschärfen. Das wird vor allem für den Gartenbau enorme Auswirkungen haben, denn Gärtner arbeiten nicht mit fertigen Produkten, sondern mit Pflanzen, die nicht gelagert werden können.

Zwei Beispiele: Der Spargel reift und muss in den nächsten Wochen gestochen werden, jedoch fehlen die dafür notwendigen Saisonarbeiter, die aufgrund der Grenzschließungen und Quarantänemaßnahmen nicht ungehindert ein- und ausreisen können.  Auch Gemüsejungpflanzen und Kräuter für das Frühjahr müssen gepflegt und gewässert sowie den Weg zum Kunden finden; andernfalls müssten sie entsorgt werden. „Bei den meisten Gartenbaubetrieben geht es hier um die Existenz, denn sie erwirtschaften gerade in den kommenden 2 Monaten oft das gesamte Jahreseinkommen“, so Klaus Henschel, Präsident des Gartenbauverbandes Berlin-Brandenburg. 

Vor diesem Hintergrund ist es zu begrüßen, dass auch Minister Vogel in dem gestrigen Krisengespräch die Auffassung bestätigt hat, dass Gartenbau und Landwirtschaft systemrelevant sind und somit der Absicherung von Produktion und Vermarktung gärtnerischer Erzeugnisse ein hoher Stellenwert zukommt.

Die bisher diskutierten Maßnahmen zur Krisenbewältigung wie beispielsweise das Kurzarbeitergeld, Betriebsmitteldarlehen, Kredite sowie Zins- und Steuerstundungen sind erste Schritte, werden aber für den Gartenbau kaum entlastend wirken.

„Produktion und Umsatz der Gartenbaubetriebe sind eng an die Saison und die Vegetationsperiode gebunden und können nicht zu anderen Zeiten reproduziert werden. Ein großer Teil der Arbeiten kann nach wie vor nicht mechanisiert erfolgen, sondern bedarf der Unterstützung von Saisonarbeitskräften“, so Klaus Henschel weiter. Es muss jetzt gelingen, kurzfristig alle anfallenden Arbeiten durch ausreichend Personal abzusichern. Dazu bedarf es gegebenenfalls der Koordination von Angebot und Nachfrage.

Begrüßenswert ist darüber hinaus, dass Hofläden, gärtnerische Endverkaufsbetriebe und Direktvermarktungseinrichtungen zur Grundversorgung der Bevölkerung weiterhin geöffnet bleiben können. Die Unternehmen sind durch in Eigenregie getroffene Vorsorgemaßnahmen und Beachtung zusätzlicher Hygienevorschriften darauf eingestellt, sagt Klaus Henschel.

„Die jetzige Krise zeigt die Anfälligkeit des globalisierten Versorgungssystems und verdeutlicht einmal mehr den Stellenwert regionaler Produktion vor Ort“, so Henschel weiter.

Der Gartenbau in Berlin und Brandenburg ist sich in der jetzigen Situation seiner Verantwortung bewusst und wird sich konsequent an die strengen medizinisch notwendigen Regeln halten. Die Gärtnerinnen und Gärtner vertrauen auf das solidarische Miteinander (Mitbürger, Politiker, Entscheidungsträger etc.) bei der Bewältigung der vor uns stehenden Aufgaben.

Bleiben Sie alle gesund!