„Grüne Kompetenz
für unsere Region”

Öffnung des gartenbaulichen Facheinzelhandels planen

Hinter den Kulissen wächst der Frühling heran

Donnerstag, der 21.1.2021 und frühlingshafte 13 Grad. Der langersehnte Frühling scheint in Sicht. Noch fehlt es jedoch an Farbe in Garten und Natur. Aber in den Gewächshäusern der Brandenburger und Berliner Gärtnereien wachsen bereits jetzt eine Vielzahl Frühjahrsblüher heran, darunter bunte Primeln (Primula) und Stiefmütterchen (Viola) sowie Gänseblümchen (auch Maßliebchen oder Tausendschön genannt – Bellis perennis), Goldlack (Erysimum cheiri) und Vergissmeinnicht (Myosotis sylvatica) aber auch Zwiebelblumen wie kleinblütige Narzissen ‘Tête à Tête’ (Narcissus pseudonarcissus) und Tulpen (Tulipa ssp.). 

Im Unterschied zu mittel- und großständischen Unternehmen mit der Produktion haltbarer Waren, steckt das Eigenkapital unserer Gartenbaubetriebe in der Produktion von Zierpflanzen, Kräutern oder Obstgehölzen. Spätestens im Herbst wurden die Produktionsentscheidungen gefällt und die Kulturen für den Absatz über Weihnachten/Neujahr und das zeitige Frühjahr geordert und vorbereitet.
Die Ware wächst und gedeiht und muss im Unterschied zu Büchern oder Autos im Zeitpunkt der Reife abgesetzt werden, sonst entsteht Verderb und Entsorgungsaufwand.
Bereits jetzt im Januar sind in den Produktionsbetrieben Schnittblumen und Frühjahrsblüher im Topf dem Verderb ausgeliefert, weil der gartenbauliche/floristische Facheinzelhandel - im Unterschied zum Frühjahr 2020 - seit dem 16. Dezember schließen musste.

Die Verderbmengen und das Schadensvolumen steigen in den nächsten Wochen saisonal bedingt exponentiell an! Abhol- und Lieferdienste bieten keine ausreichende Alternative, denn nur geringe Anteile der Pflanzen können mit einem NICHT kostendeckendem Mehraufwand verkauft werden. Darüber hinaus kommt es durch unterschiedliche Länderregelungen zu Wettbewerbsverzerrungen, da in einigen Bundesländern Gärtnereien und Blumengeschäfte geöffnet bleiben durften. Die gartenbaulichen und floristischen Unternehmen unseres Wirtschaftsraumes entsprechend benachteiligt, ungleich behandelt und existenziell bedroht.

Viele unserer Produkte dienen zudem der Grund- und Selbstversorgung der Bevölkerung: Kräuter, Gemüsejungpflanzen, Sämereien, Obst und Gemüse sowie Obstgehölze. Diese Tatsache hat die Politik im Lockdown Frühjahr 2020 dazu bewogen, Gärtnereien als systemrelevant aus der Schließungsverordnung auszunehmen.

Der gärtnerische und floristische Einzelhandel ist in 2020 durch keinerlei negative Schlagzeilen im Infektionsgeschehen aufgefallen. Gärtnereien und Blumengeschäfte sind keine Infektionsherde! Im eigenen aber auch im gesamtgesellschaftlichen Interesse handelt der Gartenbau verantwortungsbewusst. So hat hat unsere Branche mit der Kampagne www.mit-abstand-gruen.de Verbraucheraufklärung betrieben und konsequent Hygienekonzepte in den Betrieben umgesetzt.

Alle Artikel aus unserem Marktsegment können in fachfremden Geschäften gekauft werden und führen dort zu erhöhter Frequenz an Kunden. Das ist niemandem zu vermitteln und wird den Ansprüchen des Infektionsschutzes nicht gerecht.