„Grüne Kompetenz
für unsere Region”

Friedhöfe neu denken

Brandenburgs Friedhofsgärtner verzeichnen stabile Auftragslage

Die Friedhofsgärtnereien im Land Brandenburg blicken auf ein zufriedenstellendes Geschäftsjahr 2016 zurück. Bei ihrem Jahrestreffen Ende März in Potsdam vermeldeten die 34 Mitgliedsbetriebe der Arbeitsgemeinschaft Brandenburger Friedhofsgärtner im Gartenbauverband Berlin-Brandenburg e.V. vor allem gestiegene Auftragszahlen im Bereich der Grabpflege und der Grabgestaltung. Trotz regional unterschiedlicher Entwicklungen können sich Brandenburgs Friedhofsgärtner damit gestärkt den Veränderungen in der Friedhofs- und Bestattungskultur entgegenstellen.

Vor allem im Bereich der langfristigen Dauergrabpflege, die ein wichtiges Standbein der Betriebe ist, verzeichnen die Friedhofsgärtnereien im Land stabile Auftragszahlen mit leichtem Aufwärtstrend. So ist der Gesamtbestand der Dauergrabpflege-Verträge im vergangenen Jahr um 7,64 Prozent angewachsen; das für die Verträge eingezahlte Kapital ist um 5,58 Prozent gestiegen. Allein in Potsdam wurden im vergangenen Jahr 129 Neuverträge abgeschlossen. Bei der Dauergrabpflege werden die Arbeiten des Friedhofsgärtners über die komplette Laufzeit vertraglich mit dem Kunden vereinbart. Die im Voraus eingezahlten Gelder für die friedhofsgärtnerischen Leistungen werden von der Genossenschaft Badischer Friedhofsgärtner eG in Zusammenarbeit mit der Brandenburger Verwaltungsstelle für Dauergrabpflege nach strengen Richtlinien angelegt und verwaltet. Die Gründe, warum sich Menschen für eine langfristige Grabpflege vom Friedhofsgärtner entscheiden, sind unterschiedlich. „Viele Menschen können eine Grabstätte nicht mehr pflegen, weil sie alters- oder gesundheitsbedingt nicht mehr in der Lage dazu sind oder weil sie an einem anderen Ort wohnen. Zudem regeln auch immer mehr Menschen bereits zu Lebzeiten die Pflege ihrer eigenen Grabstätte, um die Angehörigen später zu entlasten“, weiß Irmtraud Spillner von der Verwaltungsstelle für Dauergrabpflege in Potsdam.

Zum absoluten Erfolgsmotor hat sich der Garten der Erinnerung auf dem Neuen Friedhof der Landeshauptstadt Potsdam entwickelt – ein von Gärtnern gepflegtes Gemeinschaftsgräberfeld mit parkähnlicher Gestaltung, welches in Zusammenarbeit zwischen den Friedhofsgärtnern und der städtischen Friedhofsverwaltung errichtet wurde. Fast 400 Grabstätten wurden seit der Eröffnung im Jahr 2012 in der Anlage bereits belegt – entweder durch Bestattungen oder als Vorsorge für die eigene Beisetzung – sodass der Garten der Erinnerung derzeit zum dritten Mal erweitert wird. Das Besondere am Garten der Erinnerung: Alle Grabstätten werden über einen Dauergrabpflege-Vertrag dauerhaft von den zuständigen Friedhofsgärtnern gepflegt. „Die positive Entwicklung in Potsdam resultiert auch aus der engen Zusammenarbeit mit der Friedhofsverwaltung der Landeshauptstadt“, so Irmtraud Spillner. Das Modell der gärtnergepflegten Grabfelder sei für sie nicht nur für die Friedhofsgärtner zukunftsweisend, sondern auch für die Entwicklung der gesamten Friedhofs- und Bestattungskultur in Brandenburg. „Viele Kommunen haben bereits Interesse an diesem Bestattungsangebot signalisiert.“

Auch wenn der gesellschaftliche Wandel mit immer mehr Mobilität, Anonymität und Säkularisierung seit einigen Jahren deutliche Spuren in der traditionellen Friedhofskultur hinterlassen hat: „Die Auftragslage der Brandenburger Friedhofsgärtnereien zeigt vielerorts, dass sich die Menschen trotz zahlreicher Bestattungsalternativen nach wie vor einen individuellen Erinnerungsort auf dem Friedhof wünschen und die Pflege dieses Ortes vertrauensvoll in die Hände der Friedhofsgärtner legen“, sagt Irmtraud Spillner.